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Distance Leadership 01

Warum wir als Führungskraft jetzt ganz besonders gefragt sind

Die aktuelle Situation stellt uns alle vor neue Herausforderungen. Dieser Virus zwingt uns dazu, unsere sozialen Kontakte im privaten wie auch im beruflichen Umfeld auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Es wurde schon so viel über das Thema "Social Distance" geschrieben und wie effizient man Homeoffice doch gestalten kann. Diese neue Distanz, die in unseren derzeitigen Alltag leider Einzug gehalten hat, stellt auch Führungskräfte vor neue Aufgaben. Gerade jetzt bin ich davon überzeugt, dass gutes Leadership ganz besonders gefragt ist. Jetzt geht es um "Distance Leadership". 

 

Was ich als Führungskraft nun leisten muss

Durch meine berufliche Tätigkeit war ich schon lange vor dieser Krise gezwungen, mein Team über längere Zeiträume aus der Ferne zu leiten. Oft habe ich meine MitarbeiterInnen zwei oder sogar drei Wochen nicht gesehen. Auch ich musste erst lernen, wie man in solchen Situationen als Führungskraft richtig handelt. Eines wurde mir schnell klar: Schaffen Sie Struktur und generieren Sie Routinen

 

Meine Struktur, deine Struktur

Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin, mit dem Sie direkt zusammenarbeiten, braucht einen roten Faden, insbesondere, wenn dieser beispielsweise alleine im Homeoffice arbeitet. Und hier sind SIE gefragt! Besprechen Sie den groben Ablauf für die nächsten ein bis zwei Tage telefonisch oder über Videotelefonie. Lassen Sie Ihren Mitarbeiter / Ihre Mitarbeiterin dabei stets die einzelnen Agenden aufschreiben und machen auch Sie sich grob Ihre Notizen. Stellen Sie Fragen, ob die einzelnen Aufgaben auch wirklich verstanden wurden.

 

Wie oft habe ich folgenden Satz schon von Führungskräften gehört: "Ich habe ihm ja gesagt, was ich gerne hätte, aber er hat es wieder einmal komplett falsch verstanden." Und haben Sie bei Ihrem Mitarbeiter konkret nachgefragt? "Nein, ich dachte, es sei doch klar." Ganz ehrlich: Das ist jedem sicher schon einmal passiert: Missverständnisse durch mangelnde Kommunikation. Fragen Sie daher stets konkret nach und lassen Sie sich die einzelnen Schritte kurz erklären.

 

Geben Sie Halt und Sicherheit

Wenn ich darüber hinaus eines sehr bald festgestellt habe, dann ist es die Wichtigkeit von Routinen. Ich glaube, ich brauche niemandem zu erklären, dass wir alle bis zu einem gewissen Grad Gewohnheitstiere sind. Und Routinen sind auch bei "Distance Leadership" eine Notwendigkeit. Ich habe fixe Zeiten, an denen ich mich bei meinem jeweiligen Mitarbeiter / meiner jeweiligen Mitarbeiterin einmal am Tag melde. Natürlich kommt es da nicht auf die Minute genau an, aber der Zeitraum sollte fixiert sein. Und wenn Sie einmal verhindert sind, weil Sie vielleicht gerade morgen einen wichtigen Termin haben, dann teilen Sie Ihrem Mitarbeiter / Ihrer Mitarbeiterin dies schon vorher mit. Glauben Sie mir, unterbewusst erwartet / rechnet Ihr Teammitglied mit Ihrem Anruf. Schaffen Sie wiederkehrende Abläufe.

 

Kommunizieren und kontrollieren

Eine klassische Aufgabe als Führungskraft ist es, zu delegieren und zu kontrollieren. Auch auf die Entfernung hin ist das ein wichtiger Bestandteil! Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, dass man seinem Team als Führungskraft Vertrauen entgegenbringt. Ihre Kontrollmechanismen sind dabei wahrscheinlich nicht so leicht umsetzbar, als wenn Sie Ihre Mannschaft vor Ort im Blick haben. Vertrauen ist die Grundlage und sollte sich auch in Ihrer Kommunikation stets widerspiegeln. Geben Sie auch über das Telefon regelmäßig Feedback, loben und motivieren Sie durch Worte.

 

Seien Sie gerade in solchen herausfordernden Situationen ein Vorbild. Denn wenn Sie in Ihrem Verhalten Angst oder Unsicherheit zeigen, wie können Sie dann von Ihrem Team große Leistungen und einen klaren Kopf erwarten? Jetzt sind Sie als Führungskraft mehr denn je gefragt – auch auf die Distanz.

 

In meinem nächsten Blog-Artikel möchte ich das Thema "Distance Leadership" noch weiter behandeln.

 

Bis dahin, alles Gute und viel Erfolg!

 

Gerald Garms

Führungskräftetrainer